Schüleraustausch 2010
Seit dem Schuljahr 2007/2008 pflegt unsere Schule eine Partnerschaft mit einem tschechischen Gymnasium im mittelböhmischen Podebrady. Der Besuch zehn unserer deutschen Schülerinnen und Schüler aus der Einführungsphase sowie zweier unserer Lehrerinnen fand in diesem Schuljahr vom 14. bis zum 20. März statt und wir freuen uns schon jetzt auf den Rückbesuch, der vom 20. bis zum 26. Juni dieses Jahres dauern wird.
Unser Austausch verfolgt als interkulturelle Begegnung das Ziel, dass die Gruppen beider Gymnasien während der jeweils knapp einwöchigen Austauschzeit möglichst viel Zeit miteinander verbringen, um die andere Kultur zu erleben.
In diesem Jahr hatten unsere Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, in den tschechischen Schulalltag Einblick zu nehmen, da wir uns an zwei Vormittagen direkt in der Schule aufgehalten haben. Den ersten Tag nutzten wir, um uns als Gruppe kennenzulernen und unsere Ziele zu formulieren. Auch mögliche Befürchtungen wurden artikuliert und überlegt wurde, wie wir ihnen begegnen können. Wir tauschten unsere Kenntnisse über das jeweilig andere Land aus, wobei deutlich wurde, dass diese auch in der Juniwoche in Wiesbaden einer Vertiefung bedürfen.
Die deutsche Gruppe hat am letzten gemeinsamen Tag den tschechischen Unterrichtsalltag kennengelernt und wir werden beim Rückbesuch die Möglichkeit haben, die beiden Schulkulturen zu vergleichen.
Die Gastgeber haben für und mit uns eine abwechlungsreiche Woche gestaltet und verbracht und dabei ganz unterschiedliche Akzente gesetzt.
Die Stadt Prag, welche nur 50 km von Podebrady entfernt ist, wurde zwei Mal von uns besucht. Ebenso stand die mittelalterliche Stadt Kutná Hora auf dem Programm. Der Silberbergbau dort, der in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts einsetzte, sollte Einflüsse auf ganz Europa haben und hat im Mittelalter sehr viele deutschsprachige Handwerker in diese Region gebracht. Der Besuch des dortigen Münzmuseums demonstrierte uns anschaulich die damalige Produktion des Prager Groschens. Der Besuch des dortigen Beinhauses hat allerdings das Pietätsgefühl einiger Jugendlicher auf die Probe gestellt, war aber sicherlich auch eine Reise wert.
Im Prager Kafkamuseum wurden uns wiederum kulturelle Vernetzungen vor Augen geführt, da Prag die Heimat des weltberühmten deutschsprachigen Literaten Franz Kafka war. Eine Theatergruppe aus Podebrady, die hauptsächlich aus Schülerinnen und Schülern unseres Partnergymnasiums besteht, bot uns an einem Abend eine sehr kurzweilige Unterhaltung, der man auch ohne Kenntnisse der tschechischen Sprache folgen konnte, zudem hatte jeder seinen tschechischsprachigen Sitznachbarn im Theater, der gerne kurz übersetzt hat. Nahezu an jedem Abend hat die tschechische Schülergruppe ein gemeinsames Programm mit allen 20 Schülerinnen und Schülern initiiert, sodass die gesamte Gruppe sehr gut miteinander in Kontakt kommen konnte.
Letztlich blicken wir auf eine gelungene und schöne Woche zurück, die Dank der guten tschechischen Küche ziemlich kalorienreich ausgefallen sein dürfte, und auf dem Rückweg nach Wiesbaden mit der Bahn hätten wir gut und gerne eine doppelte Anzahl an Personen mit der Wegzehrung unserer Partnerfamilien versorgen können. hus
Schüleraustauch 2011
Auch in diesem Schuljahr fand ein ereignisreicher Schüleraustausch mit dem Partnergymnasium in Poděbrady statt, der unter dem Leitthema „Kultur“ stand.
Zur Einstimmung der tschechischen Gäste im November 2010 in das Flair Wiesbadens wurden nach einer Stadtbesichtigung der Neroberg und die dortige griechische Kapelle besucht.
Während des Aufenthalts der Tschechen konzentrierten wir uns auf das Leben und Wirken des deutschen Schriftstellers Johann Wolfgang von Goethe. Dabei durfte der Besuch des Goethehauses in Frankfurt sowie des im November gerade aktuellen Films „Goethe“ nicht fehlen. Der kompetente Führer im Goethehaus versäumte es dabei nicht, im Vorfeld darauf aufmerksam zu machen, dass dieser Film mehr Dichtung als Wahrheit enthielte. Dem kineastischen Vergnügen tat diese Information keinen Abbruch, vielmehr wurde die reale Biografie des Schriftstellers im später gemeinsam stattfindenden Unterricht umso genauer unter die Lupe genommen. Auch der regulär an der Martin-Niemöller-Schule stattfindende Unterricht wurde an einem Tag von den Gästen besucht.
Mit deutscher Kultur ganz anderer Art konnten die Tschechen am 11.11. hautnah in Mainz Kontakt aufnehmen, eine kleine Stadtführung durfte dabei natürlich nicht fehlen. Die Fastnachtskultur stellte für nahezu alle tschechischen Besucher eine gänzlich neue Erfahrung dar, die augenzwinkernd wahrgenommen wurde.
Die Tschechen ihrerseits bereiteten uns im März 2011 eine sehr abwechslungsreiche Woche. Die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrerinnen bekamen die Gelegenheit, in den Unterricht der tschechischen gymnasialen Oberstufe hinein zu schnuppern. Unterschiede und Gemeinsamkeiten in pädagogischer schulischer Arbeit und Kultur wurden im Anschluss und auch im Rückblick auf den Unterricht an der Martin-Niemöller-Schule in der gesamten Gruppe erörtert.
Die Besichtigung der Stadt Nymburk gab Aufschluss über die traditionelle Bierbraukunst der Tschechen in der dort ansässigen Brauerei, die einen Großteil der Produktion in Deutschland absetzt.
Passend zum nahenden Osterfest wurden wir in verschiedene Techniken der Eierbemalung eingeführt und konnten diese im Heimatmuseum selbst ausprobieren, ein Angebot, das von den deutschen Schülerinnen und Schülern mit großem Engagement aufgenommen wurde.
Der Besuch der Stadt Prag stand obligatorisch auf dem Programm, dieses Mal ermöglichte uns die tschechische Gruppe sogar einen Besuch in einem der zahllosen kleinen Theaterstätten Prags, in der alle modernes Tanztheater sehen durften.
Bei Nebel besuchten wir den Ještěd (Jeschken), mit seinen 1012 Metern Höhe der beeindruckende Hausberg der Stadt Liberec (Reichenberg) in Nordböhmen. Trotz der fehlenden Aussicht genossen alle den Besuch des dortigen Restaurants. Die neu zu entdeckende Stadt Liberec (Reichenberg) stieß bei der deutschen Gruppe auf Begeisterung.
Die Photos zeigen das Rathaus in Liberec, die deutsch-tschechische Gruppe im Treppenhaus des tschechischen Partnergymnasiums und im Heimatmuseum beim Bemalen von Ostereiern mittels einer besonderen Wachstechnik. hus
Frankreich-Austausch
EIN LEBENDIGER BEITRAG ZUR DEUTSCH-FRANZÖSISCHEN FREUNDSCHAFT:
Seit mittlerweile einundzwanzig Jahren besteht die Schulpartnerschaft zwischen der Martin-Niemöller-Schule und dem Lycée René Cassin in dem kleinen Ort Montfort nahe bei Rennes in der Bretagne. Jedes Jahr im Frühjahr fahren zwischen 20 und 30 Schülerinnen und Schüler der Klassen 11 zur Partnerschule, um dort in den Gastfamilien und in der Schule den französischen oder deutschen Schul- und Familienalltag kennen zu lernen und ganz nebenbei ihre Sprachkenntnisse zu verbessern.
Dieses Jahr genossen 26 Schülerinnen und Schüler des Martin-Niemöller-Gymnasiums vom 07.03.bis zum 13.03.2010 die Gastfreundschaft in der Bretagne. Begleitet wurden Sie von Marion Beste und Bettina Bergmann-Remy. Der Gegenbesuch der französischen Schülerinnen und Schüler fand vom 2.05.2010 bis zum 8.05.2010 statt und verlief in freundschaftlicher Atmosphäre.
Die Bilder zeigen die Gruppe in der Bibliothek des Lycée René Cassin und auf verschiedenen Ausflügen an die Nord- und Südküste der Bretagne bei kaltem Wind aber strahlendem Sonnenschein.


















