Der LK Französisch moderiert im Caligari-Kino

Kooperation des Caligari-Kinos mit der Martin-Niemöller-Schule


Als Frau Weyer vom Medienzentrum  zum ersten Mal in den Französisch-Kurs kam und Cinéfête vorstellte, wussten die meisten Schüler*innen schon, worum es ging.

„Cinéfête, genau, das ist doch dieses Projekt vom Kino Caligari, da werden eine Woche lang französische Filme gezeigt? Ja, da waren wir auch schon mal!"

Die Erinnerung an die Schüler*innen, die damals den Film an- und abmoderiert hatten, ist da weniger lebendig. Doch genau diese Moderation sollten wir jetzt übernehmen. Vor dem gesamten Kinopublikum die diesjährigen Filme moderieren - auf Französisch! Das Caligari und die Martin-Niemöller-Schule machen diese Kooperation schon seit langem. Und dieses Mal war unser Leistungskurs an der Reihe.

„Hilfe!", könnte man da erst mal denken und „Was, wenn wir uns versprechen? Oder etwas nicht wissen? Oder die Zuschauer nicht zuhören? Und wenn diese Schüler*innen besser Französisch können als wir?"

Aber so weit waren wir sowieso noch nicht. Erst mal teilten wir uns nämlich in drei Zweier-Gruppen, um uns dann auszusuchen, welchen Film wir präsentieren wollten.

In der nächsten Zeit schauten wir unseren Film dann schon mal im Voraus an, um dann unsere Moderation zu schreiben - damit wir eben nicht da stehen würden, ohne zu wissen, was wir sagen würden.

Frau Berghoff, unsere Französischlehrerin, unterstützte uns dabei. Die fertigen Versionen wurden dann auch noch mal dem Cinéfête-Team gezeigt.

Am 2. November gingen wir dann zur Generalprobe ins Kino. Es war schon ein bisschen unheimlich, auf dieser großen Bühne zu stehen - obwohl der Saal ja noch leer war. Aber so konnten wir uns gegenseitig noch Feedbacks geben und beobachten, wie unsere Köpersprache war. Am Mittwoch der nächsten Woche begann dann Cinéfête.

Als meine Gruppe zum ersten Mal an der Reihe war, waren wir natürlich schon etwas nervös... wie sich der Saal langsam füllte, diese ganzen Schüler... Aber die Aufregung war vollkommen unbegründet. Unsere Anmoderation klappte super. Allerdings war das ja noch nicht alles. Nach dem Film sollten wir ja auch noch ein Gespräch mit den Zuschauern über den Film führen. Fragen hatten wir zwar vorbereitet - aber wir konnten ja nicht wissen, was die Schüler*innen antworten würden.

Als der Film zu Ende war, baten wir dann die Klassen, sich zu uns nach vorne auf die Bühne zu setzen. Und auch das Gespräch lief gut. Oft antworteten sie sowieso auf Deutsch, weil sie sich nicht trauten, Französisch zu sprechen, oder die entsprechenden Vokabeln nicht wussten. Die Gesprächssituation ergab sich von selbst, alles lief wunderbar. Und als wir zum Abschied sagten:„C'était très intéressant de parler avec vous", war es nicht nur eine vorbereitete Phrase, sondern die Wahrheit. Es war wirklich überraschend, wie viele Aspekte des Filmes man noch gemeinsam entdecken konnte.

Auch unsere zweite Moderation klappte super.

Und am 15. November gingen wir dann noch mal alle ins Kino, um unter dem Applaus des gesamten Kinos eine Urkunde, eine wirklich ziemlich schöne Urkunde, eine rosa Rose und einen Kinogutschein überreicht zu bekommen.

Aber auch abgesehen davon hatte sich dieses Projekt ziemlich gelohnt. Nicht nur, dass wir dadurch Französisch geübt haben. Wenn wir das nächste Mal vor einer Präsentation in der Klasse aufgeregt sein sollten, müssen wir uns nur kurz ins Gedächtnis rufen, dass wir schon vor einem gefüllten Kinosaal gesprochen haben. Auf einer Bühne. Und vor allem: Auf Französisch.

(Serafina Schneiberg)

Fotos: Medienzentrum Wiesbaden e.V. / fotoristisch fine_Art Druck